Cristina de Silió neue Geschäftsführerin der St. Dominikus Stiftung Speyer

„Der Mensch steht im Vordergrund“

Cristina De Silió über ihren Weg zur St. Dominikus Stiftung, christliche Werte und die Herausforderungen der Zukunft

Cristina De Silió ist seit dem 01. Dezember 2025 Geschäftsführerin der St. Dominikus Stiftung. Die gebürtige Spanierin lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Deutschland.

Frau De Silió, was hat Sie daran gereizt, die Geschäftsführung einer kirchlichen, sozial-caritativen Stiftung zu übernehmen?

Ich bin katholisch und der Glaube spielt für mich eine wichtige Rolle. Was mich an der St. Dominikus Stiftung begeistert, ist ihr Wirken in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Jugendhilfe. Das sind Felder, in denen der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Nöten im Vordergrund steht.

Welche Stationen haben Ihren bisherigen Werdegang geprägt?

Ich habe BWL studiert und anschließend viele Jahre in der Industrie gearbeitet. Parallel dazu habe ich mich ehrenamtlich engagiert. Ein prägendes Erlebnis war eine Fundraising-Aktion, die ich als Präsidentin eines Serviceclubs mitverantwortet habe: Damals wurde deutschlandweit ein sechsstelliger Betrag für krebskranke Kinder gesammelt. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mich daraufhin in Fundraising und Corporate Social Responsibility weitergebildet und in den Non-Profit-Bereich gewechselt.

Was bedeutet der Stiftungsauftrag „Unser Engagement – der Mensch“ für Sie persönlich?

Alle Einrichtungen dieser Stiftung sind entstanden, weil es einen gesellschaftlichen Bedarf gab. Wir begleiten Menschen in sehr unterschiedlichen Phasen und Lebenslagen: Schülerinnen und Schüler, Kranke und Verletzte, Kinder und Jugendliche mit psychiatrischem Unterstützungsbedarf, Menschen auf ihren letzten Wegen in unseren Hospizen.

Dabei ist es uns wichtig, dass wir gerade Kindern und Jugendlichen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Anteilnahme, Respekt und Hilfsbereitschaft.

Das ist Teil des Bildungsauftrags, den diese Ordensgemeinschaft seit Generationen lebt, nicht nur im Religionsunterricht, sondern im täglichen Miteinander. Von vielen Eltern erhalten wir die Rückmeldung, dass sie genau das an uns schätzen und von der Qualität unserer Schulen überzeugt sind.

Wie würden Sie in einem Satz beschreiben, was die St. Dominikus Stiftung heute besonders macht?

Die Stiftung trägt das über 170-jährige Wirken der Dominikanerinnen in die Zukunft – mit demselben Auftrag, aber neuen Strukturen.

Die Schwestern haben sehr vorausschauend gehandelt: Sie erkannten frühzeitig, dass die Ordensgemeinschaft kaum mehr Nachwuchs bekommen würde und sorgten dafür, dass ihr Vermächtnis bestehen bleibt. 2003 haben sie die Stiftung gegründet und zwei gemeinnützige GmbHs eingerichtet, eine für die Schulen sowie eine für Krankenhäuser und Jugendhilfe.

Welche Rolle spielt für Sie die Verbindung zum Institut St. Dominikus und zur Ordensgemeinschaft?

Eine sehr bedeutende. Die Schwestern sind täglich präsent, verkörpern christliche Werte und geben mit ihrer Haltung Zeugnis. Der Austausch mit ihnen hat für mich etwas Aufbauendes und Ermutigendes, zumal viele von ihnen jahrelang für die Einrichtungen der Stiftung gearbeitet haben und aus ihrer Erfahrung heraus auch ganz praktisch weiterhelfen können.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele als Geschäftsführerin? Wie sehen Sie die Stiftung in fünf Jahren?

Mein wichtigstes Ziel ist es, die Einrichtungen der Stiftung in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld zu erhalten: Die Kirchenbeiträge sinken, die Zuschüsse für Schulen werden geringer und auch die Krankenhäuser kämpfen mit knappen Budgets.

Was mich optimistisch stimmt: Unsere Angebote werden sehr gut angenommen, der Bedarf ist enorm. In einigen Bereichen, wie zum Beispiel der Kinder- und Jugendpsychiatrie, sind wir einzigartig in der Region.

Ich wünsche mir, dass die St. Dominikus Stiftung langfristig als verlässliche, zeitgemäße und gesellschaftlich relevante Institution wahrgenommen wird, deren Einrichtungen ihren Auftrag aktiv gestalten.

Gibt es einen Moment seit Ihrem Amtsantritt, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Mir ist bei der Einführung der neuen Schulleiterin des Edith-Stein-Gymnasiums aufgefallen, dass die Schülerinnen und Lehrkräfte diese Veranstaltung mit so viel Engagement gestaltet haben, dass ihre Freude, ihre Verbundenheit und der Stolz auf ihre Schule richtig spürbar wurden. Das hat mir gezeigt, dass die Werte dort richtig gelebt werden.

Darüber hinaus sind es viele kleine Momente, aber sie haben alle eine Gemeinsamkeit: die Wertschätzung, die man hier spürt, von den Schwestern wie von den Mitarbeitenden in den Einrichtungen. Das ist kein Zufall, das ist gelebter Glaube. Und genau das macht diese Zusammenarbeit für mich so wertvoll.